01. Februar 2009, 18:00

Kritisch-materialistische Staatstheorie

Ort: neue Gesellschaft für bildende Kunst [nGbK]

Oranienstraße 25, 2. Stock

10999 Berlin

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Die weiteren Vorträge der Reihe
"Souveränitäten"

Wie sind die Auswirkungen der Internationalisierung des Kapitals und der Globalisierung auf den Nationalstaat zu bestimmen? Welche Folgen haben diese Entwicklungen für aktuelle Formen von Subjektivität? Alex Demirovic umreißt in seinem Vortrag aktuelle Ansätze kritisch-materialistischer Staatstheorie. Bei Übereinstimmungen in der Beschreibung der Krise und der Veränderung der kapitalistischen Gesellschaft gibt es erhebliche Unklarheiten hinsichtlich der Bestimmung der Form politischer Herrschaft. Der Bogen theoretischer Alternativen spannt sich von der Annahme einer Fortexistenz des Nationalstaats als hartem Kern der Machtausübung hin zum Postulat postmoderner Souveränität des Empire. Demirovic geht von einer Transnationalisierung des Staates aus, problematisiert jedoch die These einer neuen Form staatlicher Souveränität, eines Weltstaates. Er entwickelt vielmehr Elemente eines transnationalen Netzwerkstaates, mit dem neue Formen der Gouvernementalität praktiziert werden.