06. Mai 2012, 18:00

Antiemanzipatorische Utopien

Ort: neue Gesellschaft für bildende Kunst [nGbK]

Oranienstraße 25, 2. Stock

10999 Berlin

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Die weiteren Vorträge der Reihe
"»Etwas fehlt«"

Der Begriff der Utopie wird fast ebenso reflexhaft mit linken Theorien zur „Weltverbesserung“ assoziiert, wie diese von einem scheinbar realistischen Alltagsverstand als „weltfremde Träumereien“ abgelehnt werden. Die Rechte scheint keine Utopien zu haben. Aber tragen die Technik-Phantasien eines Oswald Spengler oder die Entwürfe einer totalen Mobilmachung zukünftiger Gesellschaften bei Ernst Jünger nicht utopische Züge? Können die Expansions- und Zuchtphantasien des Faschismus nicht ebenfalls als utopisch gewertet werden? Wovon zeugen architektonische Entwürfe und megalomanische Städteplanungen à la „Germania“, wenn nicht von einem utopischen Kern des faschistischen Denkens? Gibt es also eine strukturelle Verwandtschaft zu emanzipatorischen Utopien oder werden solche Entwürfe durch die Kontamination mit der politischen Rechten automatisch zu Dystopien?