Situierter Universalismus

»Und dürfen wir nun für andere sprechen?« Im Herbst 2019 stellte mir ein Journalist diese Frage bei einer Diskussion mit dem Titel »Beiträge zu dekolonialen Kritik« in den Berliner Sophiensälen. Was ich damals hätte antworten sollen, will ich nun in meinem Beitrag besprechen. Nein. Wir können nicht für andere sprechen, aber wir können mit anderen für alle sprechen. Dafür lese ich drei Bücher zusammen: Stefano Harneys und Fred Motens »Poetik der Undercommons«, Norman Anjaris »La dignité ou la mort” und James Baldwins »The Fire Next Time«. Was ich aus ihnen lerne, ist, dass, auf den Partikularismus der Befreiung und auf den Universalismus der daraus folgenden Freiheit zu bestehen, kein Gegensatz sein kann, sondern dass dies möglicherweise sogar dasselbe ist.