Technopolitik der Hoffnung

Der Vortrag wird das ambivalente Verhältnis zwischen technologischen Fortschrittskonzepten, kolonialen Genealogien von Technik und postkolonialen Bedingungen diskutieren. Wie bescheiden kann eine Utopie sein? Diese Frage wird in Bezug auf den iShack gestellt, ein Projekt der solaren Elektrifizierung in Südafrika, das eine schrittweise Verbesserung der Lebensbedingungen der Bewohnerinnen von Elendsvierteln bringen soll. Seine Befürworter sehen darin eine Brückentechnologie für die Zeit, bis bessere Wohnungen und eine bessere Infrastruktur zur Verfügung stehen. Indem es eine unzureichende und vorläufige Form der Verbesserung bietet, macht das Projekt utopische Erwartungen an den Fortschritt sichtbar und provoziert zugleich Sorgen vor einer inadäquaten und unegalitären Zukunft. Das Projekt offenbart außerdem die ökologischen Grenzen konventioneller Infrastruktur, die fortdauernde Unzulänglichkeit staatlicher Vorsorge und die komplexe Technopolitik der Hoffnung.